Die Geschichte der D. Pöppelmann

Unsere D. Pöppelmann wurde am 22.10.1963 in der Schiffswerft Roßlau erbaut und schipperte bis 1988 als Teil der weißen Flotte, unter dem Namen „Karl Marx“, die Elbe hoch und runter.

Genau genommen war sie gar kein Schaufelraddampfer sondern ein Seitenrad-Luxus-Motorschiff der DDR. In den Jahren 1963 und 1964 baute die VEB Schiffswerft Roßlau für die Weiße Flotte Dresden vier identische Seitenradschiffe, die Ernst Thälmann, die Karl Marx, die Friedrich Engels und die Wilhelm Pieck.

Die Karl-Marx wurde von 2×270 PS starken Dieselmotoren und 2 Elektromotoren angetrieben.
Auf dem knapp 70 m langem und 7,80 m breitem (mit Radkästen 13,30 m) Seitenradschiff fanden zu der Zeit über Tausend Passagiere Platz.

Die Dieselaggregate lieferten den Strom der für die Elektro-Motoren benötigt wurde. Die Radwelle, die, die Schaufelräder antreibt, war unterbrochen so dass beide Teile getrennt angetrieben wurden. Dies erleichterte den Manövriervorgang bei An- und Ablege Manövern erheblich.

Die Schiffe hatten 2 Decksalons, 1 Oberdeck-Tanzsalon, 2 Sonnendecks sowie eine Mokka-Bar und 1 Speisesaal. Dies alles zusammen mit der äußerst gefälligen Bauform, die wohl die schönste aller jemals gebauten Passagierschiffe darstellt, rechtfertigt die Bezeichnung als – „Luxusmotorschiff“.

Leider hat keines dieser großartigen Schiffe den Umbau und Abrisswahn der Wendezeit überlebt. Nur noch die Schiffskörper zweier Schiffe dienen heute als schwimmende Herbergen. Man hatte wohl Angst dass man diese Schiffsklasse nicht wirtschaftlich beherrschen könnte. Somit entschied man sich letztlich in Dresden für die Ersatzbeschaffung von zwei „Glaskästen im Rheinland-Baustil“ die nun im Vergleich völlig Natur und Umlandfremd – die Elbe befahren.

Auf einem dieser Schiffe werden Sie nun übernachten.
Das zweite Schiff befindet sich direkt nebenan und nannte sich damals „Friedrich Engels“

1991 wurde die Karl-Marx nach dem deutschen Baumeister des Barock Matthäus Daniel Pöppelmann umbenannt.
Zu seiner Zeit stand er in den Diensten von Kurfürst August dem Starken von Sachsen und prägte den Dresdner Barock.

Sein berühmtestes Werk ist der Dresdner Zwinger.
Die Pöppelmann wurde nun von der Qualifizierungs- und Ausbildungsförderungsgesellschaft Dresden GmbH (QAD) übernommen, welche vor allem jugendlichen Arbeitslosen zu einem Wiedereinstieg in das Berufsleben verholfen hatte. Die QAD eröffnete die alte Dame unter dem Namen „die Koje“ als Herberge. Im Sommer 2012 wurde die Gesellschaft aufgelöst. Die Landeshauptstadt Dresden suchte vergebens nach neuen Investoren bzw. Käufern. Als „unser Mädchen“ kurz vor der Verschrottung stand, wurde das Ehepaar Sapsay auf den Dampfer aufmerksam. Kurzerhand kaufte das Ehepaar den Dampfer und eröffnete es wieder im Oktober 2013 unter dem heutigen Namen Schiffsherberge Pöppelmann.

Sie beherbergt heute in 90 Betten verteilt auf 34 Kajüten Passagiere aus aller Welt. Die Einzel-Doppel-Dreibett-und Vierbettkajüten sind auf 4 verschiedenen Decks mit Gemeinschaftsbädern verteilt. Die Ausstattung der Kajüten ist einfach gehalten, jedoch herrscht bei uns an Bord ein dermaßen herzliches und familiäres Flair, dass Duschen & WC´s in den Kajüten zur Nebensache werden.
Lediglich unsere Suite Pöppelmann besitzt ein eigenes Badezimmer. Alle anderen Kajüten sind zumindest mit einem kleinen Waschbecken ausgestattet.
Unsere Crew besteht aus 3 Rezeptionisten, 3 Putzfrauen, einem Koch, einem Hausmeister sowie des „Kapitäns“.

Die Crew wünscht Ihnen einen angenehmen Aufenthalt an Bord der Pöppelmann!